Ein bisschen Kreativiät im Mathechaos unterbringen

Heute geht alles schief, die To-do Liste ist unrealistisch groß und du hast wirklich keine Zeit. Ausgerechnet jetzt meldet sich dein Schreibwille, mit einer bisher ungekannten Intensität.

Wer kennt es nicht? Die besten Ideen kommen immer zu den unpassendsten Zeiten und verschwinden genau dann wieder, wenn man sich ihnen endlich zuwenden kann.

In den letzten Monaten rund ums Abitur, die Zukunft und alles Weitere gab es dementsprechend wenig Zeit für das Schreiben. Meistens war nur Zeit für ein paar Verse oder eine Kurzgeschichte zwischendurch, sodass etwas noch nie da gewesenes eingetreten ist. Ich habe momentan kein aktuelles Manuskript.

Charly befindet sich gerade in der ersten groben Korrekturphase und alles andere wurde pausiert. Das hat mir nicht nur eine Menge Zeit beschert, sondern auch einige wichtige Erkenntnisse.

Mit dem Schreiben ist es nicht wie mit dem Atmen, man kann auch hin und wieder gut ohne es auskommen. Pausen können helfen. Die Zeit ohne den Stress um die täglichen Wordcounts oder das Einhalten von Deadlines fühlt sich an wie Urlaub.

Wenn man sich Zeit für sie nimmt, können Manuskripte ganz anders reifen. Bisher bin ich immer vom einen Projekt zum anderen gewechselt. Das eine war schon begonnen, bevor das andere ganz abgeschlossen war. So entstand eine gewisse Routine. Aber dadurch, dass ich das Charly Projekt möglichst schnell abschließen wollte und so viel daran gearbeitet habe, blieb keine Zeit für etwas Anderes.

Manchmal muss man Dinge erst vermissen. Viele Schreiber (und auch ich) fürchten sich davor, dass man seinen Draht zum Schreiben verliert, wenn man damit aufhört. Aber es kann so befreiend sein, einfach mal eine Weile loszulassen. Es zieht mich noch immer zu meinem Notizbuch und meinem Laptop, aber das Ganze fühlt sich leichter an.

Trotzdem ist das Alles noch seltsam und ungewohnt. Normalerweise gibt es dort, an dieser sagenumwogenen Stelle meines Gehirns, eine klare Idee, zu der ich zurückkehren kann. Jetzt drehen sich meine Gedanken meistens um andere Dinge, die weniger entspannt sind, Termine zum Beispiel. Ich will nichts beschönigen, es fehlt mir wahnsinnig wie eine Besessene stundenlang zu tippen. Aber es ist nun mal nicht immer möglich. Mir bleibt also nichts Anderes übrig, als darauf zu vertrauen, dass ich eines Tages zurückkehren kann.

Und denkt daran: Jeder Schreibtag ist ein guter Tag, also schreibt!