Tick-Tack.

Vor dir ein weißes Blatt Papier.

Tick-Tack.

Tick-Tack.

Du nimmst den Stift in die Hand, fängst an zu schreiben.

Tick-Tack.

Killer. Radiergummi.

Oder direkt ein neues Blatt.

Tiiiiick-Tack.

Du schreibst erneut – und hältst inne.

Denn dein Kopf ist wie leergefegt.

Genauso leer wie das Papier, das vor dir liegt.

Wer kennt es nicht? Das ewige Problem, dass dich beim Schreiben begleitet und einfach  nicht von deiner Seite weichen möchte, egal, wie sehr du auch versuchst, es abzuschütteln. Fast schon wie ein kleines Äffchen, das sich an dein Hosenbein klammert und nicht mehr loslassen möchte. Mit dem Unterschied, das Äffchen süß sind. Schreibblockaden sind dies, größtenteils, eher nicht.
Um ehrlich zu sein, befinde ich mich momentan selbst in einer, was ziemlich ätzend sein kann. Einerseits möchte man schreiben, aber andererseits kommt einfach nichts aus deinem Kopf heraus. Außer unbrauchbares Zeugs vielleicht, dass nach zwei Minuten ohnehin wieder gelöscht wird, sodass man schlussendlich selbst nach 2 Stunden immer noch am selben Satz hängt.
Weil der Kopf leer ist.
Oder zu voll.
Aber der eigentliche Grund, der uns am Schreiben hindert, ist etwas ganz anderes. Es ist die Angst.
Die Angst zu scheitern, die Angst zu Versagen. Die Angst vor den eigenen Worten, da sie entweder zu viel oder zu wenig bewirken könnten. Oder eben gar nichts. Egal, welches davon der Fall ist, Angst hat man vor allem. Und das lähmt.
Aber was kann man nun tun, wenn man solch einen unfreiwilligen, lästigen Begleiter hat? Wie kann man ihn möglichst schnell und effektiv wieder loswerden?
Einfach nur abwarten und hoffen, dass es sich nur um eine Phase handelt, die genauso schnell wieder geht wie sie gekommen ist, wäre wohl die einfachste Lösung. Aber zugleich auch die Faulste und mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit auch die Unwirksamste von allen. Stattdessen hat sich das Gegenteil bewährt: Einfach weiterschreiben. Versuche, die Ideen in deinem Kopf zu ordnen  und eine Gliederung zu erstellen, die dir weiterhilft. Oder, was mein persönlicher Favorit ist, gewinne etwas Abstand zu deinem eigentlichen Schreibprojekt, aber unterbreche den Schreibprozess nicht völlig. Schreibe an etwas anderem, vollkommen unabhängig von deinem Buch.
Ein weiterer Punkt ist die Location. Du hast einen bestimmten Ort, an dem du sonst immer schreibst? Entweder wird er dir in dieser Situation besonders helfen, weil dein Gehirn diesen Ort automatisch mit dem Schreibprozess verknüpft, oder das genaue Gegenteil ist der Fall. Manchmal kann es auch mal ganz gut tun, die vertrauten vier Wände zu verlassen und irgendwo anders neue Inspirationen zu finden.
Der letzte Punkt, falls es mit dem Schreiben wirklich überhaupt nicht mehr klappen will, ist lesen. Wenn du schon nicht schreiben kannst, dann wenigstens das. Andere Texte zu lesen kann helfen, den Kopf ein bisschen frei zu bekommen und dabei trotzdem noch etwas zu lernen. Vielleicht packt dich dadurch auch die Motivation wieder ein bisschen und gibt dir  den nötigen Stoß, den du brauchst, um dein kleines Äffchen abzuschütteln.
Zumindest fürs Erste.
Denn wenn ich eines sagen kann, dann, dass Äffchen verdammt flink sind und sich nicht gerne vertreiben lassen.
Und falls doch allenfalls nur für eine gewisse Zeit.

Ein Blatt voll  mit blasser Tinte ist besser als das beste Gedächtnis.

Liebe Grüße,

Jana