In fast jedem Blog über das Schreiben findet man ihn: Den Artikel zum Thema Schreibroutine. Sie ist das unverzichtbare Tool für den perfekten Schreibstil, das eigene Schreibziel und so weiter. Natürlich ist es wahnsinnig wichtig – wie in allen Lebensbereichen und anderen Hobbys auch – eine Routine aufzubauen, um sich verbessern zu können.
Bloß ist das meistens mehr eine Pseudosache als tatsächlich von Nutzen. Wenn man sich zum hunderttausendsten Mal vornimmt, dieses Mal jeden Tag zu schreiben sieht das meist folgendermaßen aus:
• Tag 1-3: Du bist voll motiviert, dein Kopf ist voller Ideen. Dieses Mal wirst du es wirklich durchziehen, das spürst du. Jeden Tag bringst du mehr Wörter zu Papier.
• Tag 4-5: Dieses Mal hast du nicht so viel geschafft. Das ist schon demotivierend. Außerdem fehlt dir durch das ganze Schreiben irgendwie die Zeit für andere Dinge.
• Tag 6-8: Jetzt werden deine täglichen Erfolge kontinuierlich weniger. Trotzdem findest du kaum noch Zeit. Außerdem steht demnächst ein wichtiges Ereignis an auf das du dich vorbereiten musst. (zum Beispiel: Klausur, Präsentation…)
• Tag 9-10: Jetzt bist du langsam aber sicher gestresst. Du beschließt einfach mal eine kurze Pause einzulegen. Danach kannst du ja dann direkt weiterschreiben.
• Tag 14: Du hast vergessen weiterzuschreiben. Jetzt ist es ohnehin sinnlos weiterzumachen.
Vielleicht treffen die Tageszahlen nicht immer genau zu, aber im Allgemeinen ergeht es besonders jungen Schriftstellern häufig ähnlich. Nun hilft aber das bloße Ansprechen von Problemen nicht bei ihrer Beseitigung, was mich zu dem Grund dieses Artikels bringt:
Neben den gängigen Methoden um dieses Auf und Ab zu verhindern, haben wir nämlich einen weiteren Ansatz gefunden. Die gängigsten Tipps sind wohl diese:
1.Sich nicht zu viel auf einmal vornehmen.
2. Eine bestimmte Schreibzeit festlegen.
3. Wege finden, sich selbst zu motivieren.
Alles schön und gut, aber es kommt eben immer wieder vor, dass etwas ansteht, dass es einem unmöglich macht, sich an die Schreibroutine zu halten. In meinem Fall sind das beispielsweise Deutschklausuren. Wenn ich mich auf eine textgebundene Erörterung oder Ähnliches vorbereite, brauche ich nun mal einen anderen, sachlicheren Stil als in meinen kreativen Texten. Das zu trennen, ist gar nicht so einfach, weswegen sowohl ich als auch Jana dazu übergegangen sind, zwei oder drei Tage vor besagter Klausur – aber auch vor wichtigen Präsentationen oder anderen Projekten – eine Schreibpause einzulegen. So kann man sich nicht nur voll auf das anstehende Projekt konzentrieren, sondern ist danach auch voll motiviert weiterzuschreiben.


Wichtig dabei ist: Die Schreibpausen richtig timen. Sind sie zu lang, fehlt oft die Motivation wieder einzusteigen (oder man schafft es wie in meinem Fall nicht, sie einzuhalten). Ist das Gegenteil der Fall, dann haben sie meist gar keine Wirkung. Für mich hat sich ein Zeitraum von 2-5 Tagen bewährt, je nachdem was ansteht und an welchem Projekt ich im Moment arbeite.
Mit der Hilfe von gelegentlichen Schreibpausen schaffe ich es tatsächlich sehr gut an meiner Schreibroutine festzuhalten. Denn ich bin weniger abgelenkt, wenn ich wirklich am Schreiben bin und kann in den Pausen meine Gedanken sortieren.

Zuletzt ist es sowohl bei den Pausen als auch bei den Schreibphasen wichtig, sich keine zu unrealistischen Ziele zu setzten. Man wird es nicht jeden Tag schaffen, fünfzig Seiten zu schreiben, selbst mit den Schreibpausen. Was zählt ist, jeden Tag etwas zu machen, sich für eine halbe Stunde oder mehr hinzusetzen und mit dem Schreiben zu beschäftigen.

Macht ihr auch Schreibpausen? Wie sieht eure Schreibroutine aus?

Denkt daran: Jeder Schreibtag ist ein guter Tag, also schreib!
Linnea