Planung ist schön und gut, aber mit einem fertigen Plot hat man noch keine Seite geschrieben und schon viel Schweiß und Tränen investiert. In Teil 2 der Reihe geht es deswegen in die komplett gegenteilige Richtung. Letztes Mal hat euch Jana von der Schneeflockenmethode berichtet, dieses Mal geht es mehr um das Fehlen der Planung als um ihren Aufbau.

Denn auch das kann funktionieren. Manchmal ist man so versessen darauf, alles zu planen, dass der Spaß dabei verloren geht. Für diese Methode aber braucht ihr nicht viel (weder Zeit noch Materialien): Lediglich ein leeres Blatt oder Dokument und viel Fantasie.

Klappt das wirklich, einfach drauf loszuschreiben?

Ja, auf jeden Fall! Wie bei der Schneeflockenmethode gibt es auch hier Abwandlungen. Ich zum Beispiel habe immer schon grob meine Protagonisten und einen zentralen Konflikt im Auge. Der Rest ergibt sich dann erst, wenn ich schon mit dem Schreiben angefangen habe.

Was bringt es für Vorteile, ohne Plot zu schreiben?

Es ist spannend! Die besten Plottwists entstehen, wenn sie einen selbst überraschen. Wenn man nämlich schon auf die langgeplante Wendung hinfiebert, kann es geschehen, dass man zu viel vorneweg nimmt. Dann ist ganz schnell die Luft raus. Außerdem ist es wesentlich einfacher, sich von der Geschichte mitreißen zu lassen, wenn man sich nicht an einen Plan halten muss.

Gleiches gilt für die Charaktere. In vielen Fällen wirken Entwicklungen authentischer, wenn sie sich auch wirklich entwickeln und nicht in gleichmäßigen Schritten verläuft. Babei muss man trotzdem darauf achten, dass sich keine Logikbrüche ergeben, aber dazu später mehr.

Wie kommt man überhaupt auf die Idee?

Ich selbst habe mein erstes Buch komplett ohne Plot geschrieben. Teils weil ich es mit zwölf Jahren nicht besser wusste und teils, weil mir das Planen einfach nicht liegt. Das hat sich auch bis heute nicht geändert. Während andere es lieben detailiert jede Kleinigkeit auszuarbeiten, schreibe ich lieber direkt darauf los.

Gibt es denn gar keine Nachtteile?

Oh, doch, die gibt es. Denn das Plotlos-Sein ist vor allem eher etwas für Schnellschreiber. Über längere Zeiträume oder in Schreibpausen vergisst man sonst zu viele Details. Zugegeben kleine Logikbrüche entstehen beinahe zwangsläufig, wenn einem die Übersicht fehlt. Zum Beispiel ändern sich Haar und Augenfarbe der Nebencharaktere, gerne auch Namen oder andere Details. Achtet man darauf, ist das in der Korrektur aber leicht zu beseitigen.

Für mich lohnt es sich trotz der Nachteile auf jeden Fall einfach los zu schreiben. So birgt jede neue Seite Überraschung und Spannung. Aber das ist etwas, dass jeder für sich selbst herausfinden muss.

Plottet ihr detailiert oder schreibt ihr einfach drauf los? Wie schafft ihr es den Überblick über alles zu  behalten?

Und denkt daran, jeder Schreibtag ist ein guter Tag, also schreibt!

Liebe Grüße

Linnea