Alexa D. Glass erblickte 2004 in einem kleinen Ort irgendwo im Nirgendwo in Baden – Württemberg das Licht der Welt und fand schon in den frühsten Jahren zum Geschichten Schreiben. Nachdem sie in der 8. Klasse ihr erstes Manuskript beendete, arbeitet sie nun an einem Thriller, gespickt mit den Elementen eines Romans und lebt so eine ihrer Leidenschaften neben der Musik, dem Zeichnen und der Fotografie. Zurzeit besucht sie ein Gymnasium mit vielen Vorstellungen und Illusionen, wie ihre Zukunft aussehen soll – im menschlichen, wie auch im lyrischen Sinne. Mit »Seelenpoesie« veröffentlicht sie ihr erstes eigenes Werk, doch geplant sind noch viele weitere poetische sowie geschichtenerzählende Bücher, die in Welten entführen und diejenigen, die sich darauf einlassen, mit auf eine Reise nehmen.

Mit „Seelenpoesie“ hast du diesen August dein Debüt veröffentlicht. Aber wann hast du überhaupt mit dem Schreiben angefangen?

Ganz ursprünglich habe ich mir mit drei Jahren selbst das Schreiben beigebracht. Zumindest ist meine erste Geschichte von 2007, so richtig angefangen habe ich dann etwa in der sechsten Klasse, da habe ich begonnen die Geschichten zu erweitern. Damals waren es meistens Feengeschichten, oft etwa um die 30 Seiten. Später habe ich auch begonnen, Gedichte zu schreiben, anfangs nur auf Englisch. Erst als ich gemerkt habe, dass ich auf Deutsch viel mehr ausdrücken kann, weil das meine Muttersprache ist, habe ich dann auf Deutsch geschrieben.

Und warum?

Ursprünglich hat mich Langeweile zum Schreiben gebracht. Jetzt mag ich es, Botschaften in meine Texte zu verpacken und etwas damit auszusagen. Ich mache das nicht offensichtlich, ich verstecke es zwischen den Zeilen. In „die Farben des Nichts“ geht es viel um den Tod und um psychische Krankheiten, ein wichtiges Thema, das viel zu oft totgeschwiegen wird. Ich finde es sollte keine Tabu-Themen in der Gesellschaft geben, sondern man sollte über diese Dinge reden. Viele regen sich darüber auf, dass zu wenig aufgeklärt wird, aber tun es selbst nicht.

Was sind für dich Tabu Themen, über die zu wenig geredet wird?

Depressionen beispielsweise, diese spreche ich auch gern in meinen Büchern an. Wenn du sagst: „Ich habe einen gebrochenen Fuß, ich kann nicht in die Schule“, dann verstehen das alle. Aber wenn du sagst, dass es wegen Depressionen ist, ist es für alle nur eine Ausrede. Wir werden in der 10. Klasse über Drogen und alles Mögliche aufgeklärt, aber über die Psyche redet keiner.

Und warum ist ausgerechnet „Seelenpoesie“ zu deinem Debüt geworden?

In Seelenpoesie sind auch Illustrationen von meiner verstorbenen Tante und ich wollte diese in ein Projekt einbinden. Ich dachte zudem, wenn man 15 ist, ist es noch etwas unkomplizierter, einen Lyrikband herauszubringen als einen Roman. Da muss man sich nicht zwingend mit einem Verlag und Lektoren auseinandersetzen. Es freut mich auch, wenn die Leute Freude daran haben, die Zeilen zu lesen.

Wie genau lief deine Veröffentlichung eigentlich ab von der Idee bis zum Ende?

Nachdem ich mich entschieden hatte, zu veröffentlichen, bin ich als erstes zu meiner Oma und habe die Illustrationen meiner Tante abfotografiert und aussortiert. Allein das Entscheiden zwischen den Auswahlmöglichkeiten war schon schwierig. Dann habe ich die Gedichte zusammengetragen und teilweise noch Verse ergänzt. Es hat etwas Überwindung gekostet, das Manuskript hochzuladen. Dadurch, dass ich minderjährig bin, brauchte ich noch die Zustimmung meiner Familie, ich durfte den Vertrag ja nicht unterschreiben. Das Veröffentlichungsdatum war im Nachhinein etwas lustig gesetzt, da kam ich gerade aus dem Urlaub und es hat sich dann alles, allerdings der Technik wegen, um 3 Tage nach hinten verschoben. Und dann war es veröffentlicht. Auf der einen Seite ist es komisch: Jeder kann deine Texte lesen, ohne dich zu kennen. Auf der anderen Seite ist es wunderschön, weil du Menschen erreichen kannst und man vielleicht bei ein paar von ihnen etwas bewegt. Das ist ein sehr schönes Gefühl.

Wie hat dein persönliches Umfeld reagiert?

Eigentlich waren die Reaktionen meines Umfelds durchweg positiv. Es findet gut, was ich mache und mag Seelenpoesie. Aber es ist schon oft so, dass man entweder dafür bewundert wird, so jung zu veröffentlichen oder sich einiges anhören muss. Mir wurde schon gesagt, ich solle mit dem Schreiben aufhören und erst mit 18 wieder anzufangen, weil es eh keinen Sinn habe, wenn Minderjährige schreiben. Es wird vieles aufs Alter bezogen. Manche finden es gruselig, wie tiefgängig „Seelenpoesie“ ist, weil ich angeblich noch nicht alt genug bin, um diese Erfahrungen zu haben. Ich ignoriere das einfach.

War dein Alter also hinderlich in deinem kreativen Werdegang?

Es ist auf jeden Fall einfacher zu veröffentlichen, wenn du älter bist. Teilweise ist das Schreiben schwieriger, weil man bestimmte Erfahrungen nicht hat. Wenn ich über jemanden schreibe, der zur Uni geht, muss ich erst mal recherchieren, jemand der auf der Uni ist, müsste das nicht. Es war schon hinderlich, aber nicht weiter schlimm.

Was war die größte Herausforderung bei der Veröffentlichung?

Die größte Herausforderung war die Struktur. Ein Cover zu erstellen und die Texte zu formatieren und in Kapiteln zusammenzufassen. Ich bin kein wirklich sortierter Mensch. Meine Eltern mussten meinen Texten zustimmen, weil sie beispielsweise dem Vertrag zu BoD zustimmen mussten. Das fand ich schwierig. Etwas auf Wattpad hochzuladen ist einfach, aber alles, was mit Geld zu tun hat, ist nochmal komplizierter. Du hast theoretisch immer noch jemanden, der dir reinreden kann, weil alles nicht nur in deinem Ermessen ist. Auf der anderen Seite ist es auch gut, dass es jemanden gibt, der sich nochmal mit dem Manuskript auseinandergesetzt hat.

Zum Abschluss: Wie vereinbarst du das Schreiben mit deinem Alltag?

Abends kann ich immer etwas schreiben oder wenn ich im Bus fahre. Dann tippe ich auf meinem Handy und kopiere es später ins Manuskript. Manchmal muss auch die Schule zurückstecken. Es ist schon stressig, aber es funktioniert, wenn man es will. Gar nicht schreiben, kommt für mich nicht in Frage, aber vielleicht bleibe ich, wenn das Abitur kommt, dann eher bei kleineren Texten. Da ist mir die Schule dann wichtiger für mein Studium.