Bis vor kurzem war mir zugegeben nicht klar, wie sehr sich das Vereinbaren von Schule und Schreiben von dem vom Arbeiten und Schreiben unterschiedet. Seit ich wieder neben dem Abi arbeite (auch wenn es nur zwei Tage zusätzlich neben der Schule sind) ist es immer schwieriger geworden, alles miteinander zu vereinbaren. Um Zeit zu sparen und beim Schreiben trotzdem voranzukommen, habe ich eine spezielle Taktik entwickelt, die erstaunlich effektiv funktioniert.

Wenn man nach einem langen Arbeitstag nachhause kommt, – besonders wenn an diesem Tag noch viel los war – hat man wirklich andere Dinge im Kopf als das Schreiben. Dementsprechend schwer ist es überhaupt ins Schreiben zu finden und dann sind da noch so viele andere Dinge, die erledigt werden müssen. Die Wohnung will geputzt, die Haustiere umsorgt, andere Sachen wollen erledigt werden. Also was soll man tun?

Ich habe es folgendermaßen gelöst: Sobald ich abends nachhause komme, hole ich kurz meine letzten Notizen heraus und schaue mir an, wo ich am Tag zuvor aufgehört habe. Anschließend mache ich mir etwas zu essen. Klingt seltsam, funktioniert aber. Nicht nur, dass ich für gewöhnlich einen Bärenhunger habe, während dem Kochen und Essen fange ich bereits an zu plotten und spinne die Szene weiter. Sobald ich dann fertig bin, setzte ich mich an meine erste Schreibsession, die je nach verfügbarer Zeit 20-30 Minuten dauert.

Meistens habe ich in der Zeit die angefangene Szene zu Ende geschrieben. Bevor ich also die zweite Hälfte beginne, kümmere ich mich um meine zwei Schildkröten, putze oder richte meine Sachen für den nächsten Tag. Währendessen denke ich genau wie vor der ersten Session über den weiteren Verlauf des Manuskripts nach, bis ich weiß, wie genau es weitergehen soll. Es folgt eine zweite Schreibrunde gleich lang wie die erste, auch wenn sie erfahrungsgemäß ein bisschen weniger produktiv ist. Am Ende mache ich mir noch einige Notizen über die Szene die ich gerade beschreibe und den weiteren Verlauf, sowie andere wichtige Infos. Die helfen mir dann am nächsten Tag wieder zum Schreiben zu finden.

Was haltet ihr von der Taktik? Was tut ihr, um das Schreiben mit eurem Alltag zu vereinbaren und wie funktioniert es?

Und denkt dran: Jeder Schreibtag ist ein guter Tag, also schreibt!

Liebe Grüße

Eure Linnea