Das ist doch das Ziel aller angehenden Schriftsteller „gut zu schreiben„. Aber was heißt das eigentlich? Wann ist ein Text gut, wann muss er noch bearbeitet werden?

Die oberste Regel, um gut geschriebenes zu erkennen, ist gleichzeitig der Grund, warum Literaturkritiker sich seit Jahrzehnten gegenseitig in der Luft zerreißen: Er muss dir gefallen. Anders als es die meisten Leute zunächst denken, geht es nicht darum, dass Selbstgeschriebenes bei anderen ankommt oder man die Botschaft eines Romans auf Anhieb versteht, sondern einzig und allein um das subjektive Empfinden.

  • Daraus ergeben sich einige Fragen. Wie finde ich heraus, ob ich einen Text mag und wenn nicht, was mich daran stört?

Dass man einen Text nicht mag, lässt sich relativ leicht feststellen, man kann ihn nicht nachvollziehen, langweilt sich und legt das Buch/ das Textblatt schnell zur Seite. Es wäre jetzt ein leichtes zu sagen, dass man einfach einen anderen Geschmack hat, da so eine Einschätzung ja immer subjektiv ist.

Kann man dann überhaupt festlegen, wann ein Text gut ist und warum sollte man es tun?, fragst du dich jetzt. Man kann sich ja schließlich selbst dazu überreden, ihn einfach gut zu finden, oder?

Eben nicht. denn es gibt nichts desto trotz einige Dinge, die gute Texte, Romane und Geschichten gemeinsam haben. Diese Punkte lassen sich nach einem einfachen Prinzip erkennen: Einen guten Text als solchen zu begreifen ist schwer, aber einen besseren Text von einem schlechteren zu unterscheiden, ist dafür umso einfacher.

Ein Grund warum dir Text B besser gefällt, könnte zum Beispiel sein, dass er im Gegensatz zu Text A einen roten Faden hat. Eine Geschichte, die dauernd hin- und herspringt und/oder keinen Anfang und kein Ende hat hinterlässt ein Gefühl der Unvollständigkeit und ist nicht nachvollziehbar. Ergo wird sie uns nicht gefallen. Gedankensprünge sind dabei keineswegs verboten, aber man muss ein Gefühl dafür entwickeln, wann es zu viel ist. Rückbezüge auf bereits genanntes oder ein einrahmendes Element, das sowohl am Anfang, als auch am Ende erscheint, kann dabei ungemein hilfreich sein.

  •  Dass einem Text der rote Faden fehlt, merkt man häufig daran, dass er einen nicht wirklich packt. Man versteht ihn nicht, weil er lauter Fragen aufwirft, ohne sie je zu beantworten und die Gedankengänge sind überhaupt nicht nachvollziehbar.

So etwas zu beheben, ist denkbar schwierig, da es meist die gesamte Textstruktur betrifft, dementsprechend ist es schwer schnell Abhilfe zu schaffen. Die einfachste Alternative ist es, die eigentliche Geschichte kurz in wenigen Sätzen zusammenzufassen und sich daran zu orientieren. Unpassende Stellen können gestrichen oder zumindest gekürzt werden und fehlende Details so ergänzt, dass diese kurze Zusammenfassung „die Prämisse“ im Vordergrund steht.

Freilich gibt es mehr als diese zwei Gründe, die gute Geschichten und Texte kennzeichnen, keiner allerdings ist so wichtig wie der erstgenannte und keiner wird so häufig vernachlässigt oder vergessen und keiner ist so schwer zu beheben wie ein fehlender Zusammenhang. Dennoch gibt es noch einige Dinge, die man beachten muss. Dazu mehr im nächsten Beitrag.

Und vergesst nicht, jeder Schreibtag ist ein guter Tag, also schreibt!

Eure Linnea